Kultur
Sonstige



Da ich leider nicht alle Arten und Gattungen von fleischfressenden Pflanzen kultivieren kann (hauptsächlich aus Platzgründen und da ich nicht jeder Pflanze optimale Bedingungen bieten könnte), findet ihr hier eine kurze Zusammenfassung der Gattungen, die ich entweder nicht besitze oder die aus sonstigen Gründen auf dieser Homepage keine eigene Kultur-Seite bekommen haben.

Hier nun die fehlenden Gattungen:


Aldrovanda

Deutscher Name: Wasserfalle
Verbreitung: Europa, Asien, Afrika und Australien
Wuchs: aquatisch, mehrjährig

Aldrovanda vesiculosa ist die einzige Art dieser Gattung. Die Pflanze wächst aquatisch und wird deshalb in Kultur auch am besten in einem Aquarium gehalten. Die Pflanze wird etwa bis zu 25 cm lang. Die Fallen ähneln in ihrer Fangweise denen von Dionaea muscipula, da es sich dabei auch um Klappfallen handelt. Eigentlich ist diese Art weit verbreitet, doch da kleine stehende Gewässer immer rarer werden, ist sie an einigen Standorten mittlerweile nahezu ausgestorben.
Die weißen Blüten bekommt man leider nur sehr selten zu Gesicht.

Aldrovanda vesiculosa
Pflanzen (Naturstandort)
Aldrovanda vesiculosa
Pflanze (EEE Bonn)
Aldrovanda vesiculosa
Fallen (EEE Bonn)

Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: ---
Wassertemperatur: >20 °C im Sommer
Substrat: Regenwasser, für den Boden: Torfmischung
Wasser: pH-Wert: ca. 6
Vermehrung: Teilung, Samen




Brocchinia (nur B. hechtioides und B. reducta)

Verbreitung: Venezuela und Guyana
Wuchs: terrestrisch, mehrjährig

B. hechtioides und B. reducta sind die beiden einzigen Arten der Gattung, die sich von den anderen unterscheiden. Die Blattoberfläche ist so rutschig, dass Beutetiere leicht in den, mit Wasser gefüllten, Blatttrichter hienein fallen und erstrinken können.
Zunächst hat man angenommen, dass die Pflanzen keine eigenen Enzyme zur Beuteverdauung besitzen und auf Bakterien angewiesen sind, doch neueste Untersuchungen zeigten, dass B. reducta Enzyme produziert und somit wirklich karnivor ist. Freigesetzte Nährstoffe werden dann über Saugschuppen von der Pflanze aufgenommen. Da für B. hechtioides noch keine Ergebnisse vorliegen, gilt diese Art erst einmal weiterhin als präkarnivor.
Eine weitere Besonderheit von B. reducta ist die Tatsache, dass die karnivore Pflanze das Habitat für eine weitere karnivore Pflanzenart sein kann. Hin und wieder findet man in den Blatttrichtern dieser Art U. humboldtii.

Brocchinia reducta
B. reducta (BoGa BS)


Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: >70 %
Temperatur: Tag: 20-25 °C, Nacht: 10-15 °C
Substrat: Torf-Sand-Perlite-Gemisch oder Sphagnum
Wasser: kein Anstau, Substrat immer feucht halten und Trichter mit Wasser befüllen
Vermehrung: Samen




Byblis

Deutscher Name: Regenbogenpflanze
Verbreitung: Australien, Indonesien und Papua Neuguinea
Wuchs: terrestrisch, einjährig oder mehrjährig

Eine sehr schöne Gattung, die nur wenige Arten umfasst. Die Gattung kommt ausschließlich in Australien vor. Nur B. liniflora wurde schon in Papua Neuguinea und Indonesien entdeckt. Einige Arten können bis zu 60 cm hoch werden und Pflanzen sind desweiteren komplett mit Klebetröpfchen besetzt. Mit diesen passiven Fallen fangen sie auch ihre Beute. Das besondere an dieser Gattung sind aber meiner Meinung nach die unzähligen rosafarbenen Blüten.
Manche Arten dieser Gattung sind übrigens einjährig wie z.B. Byblis liniflora. Diese Art ist in Kultur auch am weitesten verbreitet. Durch Samen lässt sie sich auch sehr gut vermehren.

Byblis liniflora
B. liniflora Pflanze
Byblis liniflora
B. liniflora Blüte
Byblis liniflora
B. liniflora Samen

Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: 70 %
Temperatur: Sommer: 20-25 °C, im Winter kühler
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: Anstau, im Winter trockener
Vermehrung: Samen




Catopsis (nur C. berteroniana)

Verbreitung: Florida über Mexiko, Zentralamerika, karibische Inseln bis Ecuador und Brasilien
Wuchs: epiphytisch, mehrjährig

C. berteroniana ist die einzige präkarnivore Art der Gattung Catopsis. Die Pflanze ist eine epiphytische Art aus der Familie der Bromeliaceae und sammelt wie alle Arten der Gattung Wasser in den speziell geformten Blattrichtern. Mit Hilfe von Bakterien und Pilzen kann diese Art ertrunkene bzw. gefangene Insekten zersetzten und die so freigesetzten Nährstoffe aufnehmen. Da die Art keine eigenen Enzyme zur Verdauung der Beute besitzt, gilt sie somit als präkarnivor.

Catopsis berteroniana
C. berteroniana (BoGa BS)


Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: >70 %
Temperatur: Tag: 20-25 °C, Nacht: 10-15 °C
Substrat: Sphagnum-Gemisch
Wasser: kein Anstau
Vermehrung: Samen, Ausläufer




Drosophyllum

Deutscher Name: Taublatt
Verbreitung: Portugal, Spanien und Marokko
Wuchs: terrestrisch, mehrjährig

Diese monotypische Gattung umfasst nur eine einzige Art: Drosophyllum lusitanicum. Die Pflanze kommt nur in Portugal, Spanien und Marokko vor. Dort wächst sie auch nur auf sehr sandigem Terrain. Deshalb werden die Wurzeln des Taublatts auch sehr lang, da sie dort sehr wenig Wasser bekommt. Angeblich soll die Pflanze sehr wurzelempfindlich sein und einem keine Fehler verzeihen.
Die Klebetropfen erinnern zwar ein wenig an Drosera, doch diese sind passive Klebefallen. Das bedeutet, dass sie unbeweglich sind. Die Blätter werden übrigens bis zu 30 cm lang. Erwähnenswert wäre noch, dass die Pflanze nach Honig duftet und so ihre Beute anlockt.

Drosophyllum lusitanicum
Pflanze (BoGa Bonn)
Drosophyllum lusitanicum
Klebetröpfchen (BoGa Bonn)
Drosophyllum lusitanicum
Blüte (BoGa Bonn)

Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: 40-60 %
Temperatur: Sommer: 20-30 °C, Nachts etwas kühler, Winter: 5-15 °C
Substrat: Torf-Sand-Perlite-Gemisch
Wasser: kein Anstau
Vermehrung: Samen




Genlisea

Deutscher Name: Reusenfalle
Verbreitung: Afrika, Madagaskar, Mittel- und Südamerika
Wuchs: terrestrisch, einjährig oder mehrjährig

Diese Gattung umfasst zurzeit knapp über 20 Arten. Die kleinen rosettenbildenden Pflanzen wachsen terrestrisch und auch halbaquatisch. Mit ihren zu Reusenfallen umfunktionierten "Wurzeln" fangen die Pflanzen ihre Beute, indem mikroskopisch kleine Tierchen durch kleine Öffnungen in die Fallen gelangen. Nach innen gerichtete "Härchen" leiten sie weiter zu einer Art Verdauungskammer und verhindern gleichzeitig die Flucht.
In Kultur mag es Genlisea gerne feucht und möchte auch mal überflutet werden. Das Wasser sollte dabei regelmäßig ausgetauscht werden, da die Pflanzen sonst eventuell absterben können.

Genlisea exhibitionista
G. exhibitionista, Pflanzen
Genlisea hispidula
G. hispidula, Falle
Genlisea exhibitionista
G. exhibitionista, Blüte

Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: >80 %
Temperatur: ganzjährig 20-30 °C
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: Anstau, altes Wasser sollte durch frisches ersetzt werden
Vermehrung: Samen, Blattstecklinge, Teilung




Philcoxia

Verbreitung: Östliches Brasilien
Wuchs: terrestrisch, einjährig oder mehrjährig

Die Gattung Philcoxia umfasst drei Arten (P. minensis, P. goiasensis und P. bahiensis), die erst vor wenigen Jahren beschrieben wurden. Da die Pflanzen den Wasserschlauchgewächsen ähnlich sehen wurden sie zunächst u.a. diesen zugeordnet. Nach neuesten Untersuchungen gehöhren sie aber zu den Plantaginaceaen.
Die Pflanzen wachsen auf zeitweise trockenen Sandböden in Höhenlagen zwischen 800 und 1450 m. Ihre Beute fangen diese Pflanzen mit Hilfe ihrer kleinen Blätter, die auf der Sandoberfläche liegen und mit Drüsen ausgestattet sind. Auf diesen Klebfallen wurden immer wieder zahlreiche gefangene Nematoden entdeckt.
Anscheinend erweist sich die Kultur dieser Arten als schwierig, weshalb es auch angeblich noch keine Pflanzen in Kultur gibt.

Philcoxia mimensis
P. mimensis, Pflanze (Naturstandort)
Foto von C. Dietz
Philcoxia mimensis
P. mimensis, Blüte (Naturstandort)
Foto von C. Dietz
Philcoxia mimensis
P. mimensis, Blätter (Naturstandort)
Foto von C. Dietz





Roridula

Deutscher Name: Wanzenpflanze
Verbreitung: Südafrika
Wuchs: terrestrisch, mehrjährig

R. dentata und R. gorgonias sind die beiden einzigen Arten der Gattung Roridula. Die Pflanzen werden bis zu 2 m hoch und kommen in Südafrika im Bereich der Zederberge und um Hermanus vor.
Insekten werden mit den zahlreichen Drüsen gefangen, die die Pflanze bedecken. Doch im Gegensatz zu echten Karnivoren verdauen die Arten ihre Beute nicht selbst, sondern sind auf Hilfe angewiesen: Wanzen der Gattung Pameridea bewohnen die Pflanze und saugen gefangene Insekten aus. Die Pflanze verwertet dann die Ausscheidungen der Wanzen als Dünger. Somit gilt Roridula als präkarnivor. Für die Wanzen selbst stellt die Pflanze keine Bedrohung dar. Des Weiteren scheinen die Wanzen auch bei der Bestäubung der Blüten hilfreich zu sein.

Roridula dentata
R. dentata, Pflanze (BoGa Bonn)
Roridula gorgonias
R. gorgonias, Pflanze (BoGa Bonn)
Roridula gorgonias
R. gorgonias, Blüten (BoGa Bonn)

Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: 40-60 %, luftiger Standort
Temperatur: Sommer: 20-35 °C, im Winter kühler (10 °C)
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: ganzjährig mäßig feucht
Vermehrung: Samen, Triebstecklinge




Stylidium

Deutscher Name: Schusspflanze
Verbreitung: Australien
Wuchs: terrestrisch, einjährig oder mehrjährig

Die Gattung Stylidium umfasst über 300 Arten und gehöhrt somit zu artenreichsten Gattungen Australiens. Das Besondere an der Pflanzen sind die Blüten bzw. der Stempel, der bei Berührung die Bestäuber (in ca. 15 Millisekunden) wie ein Hammer trifft und sie so mit Pollen einstäubt. Da die Pflanzen mit Drüsen bewachsen sind und auch Insekten auf den Pflanzen gefunden wurden, wurde 2007 entgültig nachgewiesen das diese Gattung karnivor ist.
Weil für mich das Prinzip der Anlockung der Beute nicht vollständig erfüllt wurde, betrachte ich die Gattung eher als "grenzwertig" und akzeptiere sie auf meiner Homepage nicht unbedingt als karnivor. Somit bleibt die Gattung Utricularia für mich weiterhin die größte Karnivorengattung.
In Kultur befinden sich nur einige wenige Arten. Besonders beliebt ist dabei S. debile (siehe Kulturhinweise), da diese Art recht anspruchslos ist.

Stylidium spec.
Stylidium spec. (Naturstandort)
Stylidium schoenoides
S. schoenoides (Naturstandort)
Stylidium spec.
Stylidium spec. (Naturstandort)

Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: 60 %, relativ anspruchslos
Temperatur: Sommer: 20-30 °C, im Winter kühler
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: Anstau
Vermehrung: Wurzelausläufer




Triphyophyllum

Deutscher Name: Hakenblatt
Verbreitung: Westafrika
Wuchs: Liane, mehrjährig

Triphyophyllum peltatum ist die einzige Art der Gattung und somit ist sie monotypisch. Die Liane durchläuft während ihrer Entwicklung drei Phasen, von denen nur das zweite karnivor ist. In dieser Phase ist sie etwa 35-40 cm hoch und bildet mit Drüsen besetzte Fangblätter aus. Hat die Pflanze dann genügend Nährstoffe für das letzte Stadium gesammelt, treibt sie komplett aus und erreicht dabei insgesamt eine Länge von bis zu 7 m.
Die Kultur dieser Art erweist sich als etwas schwierig. Aus diesem Grund findet man sie nur gelegentlich in Botanischen Gärten.

Triphyophyllum peltatum
Pflanze (BoGa Bonn)


Licht: hell?
Luftfeuchtigkeit: >80 %
Temperatur: >20 °C
Substrat: reiner, durchlässiger Humus
Wasser: kein Anstau
Vermehrung: Samen




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